Bildungsarbeit in Gedenkstätten

 

Bei der Jahreshauptversammlung der "Geschichtswerkstatt Jakob Kindinger e.V." stand der Vortrag von Christina Hendrich über die Bildungsarbeit in Gedenkstätten im Mittelpunkt - ein Thema, das nicht nur die anwesenden LehrerInnen spannend fanden. Christina Hendrich berichtete anschaulich über ihre Erfahrungen als pädagogische Mitarbeiterin der Gedenkstätte KZ Osthofen bei Worms. Vor allem Schulklassen besuchen die Gedenkstätte, pädagogische Fachkräfte übernehmen die Führungen. Betroffenheit bei den Schülern kann nicht die Zielvorgabe dieser Gedenkstättenarbeit sein, sondern vor allem Informationsvermittlung, gerade unter Einbeziehung regionaler Aspekte, von Zeitzeugenberichten oder von Dokumenten. Betroffenheit stellt sich dann bei den SchülerInnen in der Regel von alleine ein. In der lebhaften Diskussion nach dem Vortrag ging es u.a. um die Frage, ob diese Art von politischer Bildung Wirksamkeit für das politische Bewusstsein der Jugendlichen entfalten kann, ob damit Barrieren gegen Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Intoleranz errichtet werden können.

Die "Geschichtswerkstatt Jakob Kindinger e.V." plant unter der sachkundigen Führung von Christina Hendrich für Samstag, 15. November 2003 eine Fahrt nach Osthofen zur Gedenkstätte ( Abfahrt um 14 Uhr vom Bahnhofsvorplatz Bensheim mit Bus oder privatem PKW, Dauer ca. bis 17 Uhr 30). Diese Exkursion wird mitveranstaltet vom GEW-Kreisverband Bergstraße und dem Auerbacher Synagogenverein. Anmeldungen bitte per E-mail an mail@geschichtswerkstatt-jakob-kindinger.de oder per Fax an die Nummer: 06251 105548.

Der Vorsitzende der "Geschichtswerkstatt Jakob Kindinger e.V.", Peter E. Kalb, berichtete über die Aktivitäten des Vereins im vergangenen Jahr: Unter anderem waren dies die Gedenkfeier zum 10. November auf dem Gelände der ehemaligen Synagoge in Bensheim mit Prof. Dr. Ahlheim (mit anschließender Vortrags- und Diskussionsveranstaltung im Haus am Markt); Vortrag von Dr. Fritz Kilthau bei der alternativen Gedenkfeier zum Volkstrauertag; "Dass keiner die Spur des Unrechts verliert", eine musikalisch-lyrische Kollage zum Gedenken an die Kirchberg-Morde. Die Vereinsschatzmeisterin Brigitte Paddenberg konnte eine erfreuliche Bilanz vorlegen. Der Vorstand wurde einstimmig - bei eigener Enthaltung - entlastet.
In diesem Jahr wird der Geistliche Rat Pfarrer Karl Kunkel, Bensheim, die Gedenkrede am 10. November 2003 um 18 Uhr an der Gedenkstätte der ehemaligen Synagogen in Bensheim (Nibelungenstraße) übernehmen, Schulleiter Karas von der Städtischen Musikschule wird mit seinen Schülerinnen und Schülern für die musikalische Umrahmung sorgen.