"Dass keiner die Spur des Unrechts verliert"


Musikalisch-lyrische Collage zum Gedenken an die Kirchbergmorde

OberstufenschülerInnen der Geschwister-Scholl-Schule (Bensheim) und das Duo Irith Gabriely und Martin Wagner (Klarinette und Akkordeon) gestalten auf Einladung der Bensheimer Geschichtswerkstatt Jakob Kindinger e.V. am 26.März 2003 (Beginn: 20 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum Bensheim-Auerbach, Bachgasse 39) die diesjährige Veranstaltung zur Erinnerung an die Ermordung von zwölf Gefangenen durch die Gestapo am Kirchberg - drei Tage vor der Befreiung von Bensheim durch die Amerikaner im März 1945 .

Wohlbekannt - und äußerst beliebt - ist in Bensheim Iritih Gabriely und ihre besondere Art der musikalischen Präsentation. Zusammen mit Martin Wagner hat sie ein neues, ungewöhnliches Programm erarbeitet: Unter dem Namen "New Accents" beschreiben sie ihre Musik mit den Schlagworten Funk - Jazz - Classic - Jewish . Zwei starke Persönlichkeiten, die sich hervorragend ergänzen, sowie die besondere Kombination der Instrumente geben der Interpretation eine eigene Klangfarbe. Die beiden Musiker verbindet eine langjährige Zusammenarbeit im Instrumentalquartett ‚Colalaila', dessen Leiterin und prägende Figur Iritih Gabriely ist. Mit ‚Colalaila' konzertiert Irith Gabriely weltweit mit großem Erfolg. Martin Wagner spielte auf zahlreichen CD's verschiedener Stilrichtungen - live oder im Studio - für Theaterproduktionen und in verschiedenen Bands.

Sieben Schülerinnen und -schüler des Deutsch-Leistungskurses der Geschwister-Scholl-Schule haben zusammen mit ihrer Lehrerin, Oberstudienrätin Eva Petermann-Graubner, eine textliche Collage erarbeitet. Darin geben sie einen Einblick in die Biografien einiger der Ermordeten. Einige von diesen waren aus Rassenhass verfolgt worden. Andere hatten sich in verschiedener Weise der Nazi-Diktatur und ihrer barbarischen Kriegsmaschine widersetzt.

Mit dem Vortrag von Redeauszügen, politischen Witzen und vor allem Gedichten von Nelly Sachs, Rose Ausländer, Thomas Mann, Erich Fried (von ihm stammt die als Überschrift zitierte Zeile aus seinem Gedicht "Wegweiser"), Gudrun Pausewang u.a. wollen die Mädchen und Jungen des Jahrgangs 12 der GSS diese Erfahrungen ins Gedächtnis rufen. Darüber hinaus wollen sie damit auf zeitlose und auch heute noch und wieder brennende Themen wie Anderssein und Toleranz; Zivilcourage und Widerstand, Kriegsgefahr und Kampf um Frieden verweisen.

"Für die Arbeit der Geschichtswerkstatt Jakob Kindinger e.V. ist es wichtig und ein ermutigendes Zeichen, dass vor allem Jugendliche bereit sind, sich mit den Themen unserer Arbeit auseinander zu setzen", stellt Peter E. Kalb vom Vorstand der Geschichtswerkstatt erfreut fest. Diesem Zweck dienten auch die Forschungsstipendien für junge Leute, die die Geschichtswerkstatt ausgeschrieben hat. Weitere Informationen über die Arbeit und Ziele der Bensheimer Geschichtswerkstatt unter www.geschichtswerkstatt-jakob-kindinger.de